Was vor der Installation geklärt sein muss
Reicht der Hausanschluss? Wir ermitteln die vorhandene Anschlussleistung und rechnen mit Gleichzeitigkeitsfaktoren, was Haushalt, Wärmeerzeugung und Ladepunkt zusammen anfordern. Eine 11-kW-Wallbox lässt sich sehr oft in einen bestehenden Anschluss integrieren — notfalls mit dynamischem Lastmanagement, das deutlich günstiger ist als eine Anschlussverstärkung.
Wie lang ist der Leitungsweg? Von der Verteilung zur Wallbox bestimmt die Länge den Querschnitt. Bei 20 m sieht das anders aus als bei 60 m quer über den Hof.
Welcher Fehlerstromschutz ist erforderlich? Ladeeinrichtungen brauchen einen Schutz gegen Gleichfehlerströme. Entweder über einen RCD Typ B oder über eine Gleichfehlerstromerkennung, die im Ladegerät integriert ist — dann genügt ein RCD Typ A. Was zutrifft, hängt vom konkreten Gerät ab und steht im Datenblatt, nicht im Verkaufsprospekt.
Braucht es Überspannungsschutz? Bei einer Wallbox an einer Außenwand oder in einer freistehenden Garage in der Regel ja.
Anmeldung und Genehmigung
Ladeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anzeigepflichtig. Ab 12 kVA Anschlussleistung ist zusätzlich eine Zustimmung erforderlich, bevor die Anlage in Betrieb geht. Praktisch heißt das:
- bis 11 kW — Anmeldung genügt, Zustimmung nicht erforderlich
- ab 12 kVA, also auch 22 kW — Anmeldung und Zustimmung des Netzbetreibers
- zusätzlich — Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
Zum § 14a EnWG: Die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung bringt Ihnen ein reduziertes Netzentgelt. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung in seltenen Engpasssituationen vorübergehend begrenzen — nicht abschalten. In der Praxis merken Sie davon beim Laden über Nacht nichts.
Laden mit eigenem Solarstrom
Wenn eine Photovoltaikanlage vorhanden ist oder geplant wird, lohnt sich das Überschussladen fast immer. Die Wallbox lädt dann bevorzugt mit Strom, der sonst für wenige Cent eingespeist würde.
Dafür braucht es drei Dinge: einen Zähler am Netzanschlusspunkt, der den Überschuss misst, eine Wallbox, die stufenlos regeln und zwischen ein- und dreiphasigem Laden umschalten kann, und ein Energiemanagement, das beides verbindet. Wir legen das als Gesamtsystem aus, statt eine Box zu verkaufen und zu hoffen, dass sie mit dem Wechselrichter spricht.
Beim Zusammenspiel mit Wärmepumpe und Batteriespeicher wird es anspruchsvoller: Alle drei greifen auf denselben Überschuss zu und brauchen eine Priorisierung. Das ist Auslegungsarbeit, und sie ist der Grund, warum solche Anlagen sonst oft schlechter laufen als geplant.
Mehrparteienhaus und Betrieb
Mehrere Ladepunkte an einem Anschluss funktionieren nur mit Lastmanagement. Statt jeden Stellplatz mit voller Leistung auszulegen, verteilt der Lastmanager die verfügbare Leistung dynamisch auf die aktiven Fahrzeuge. Damit lassen sich an einem üblichen Hausanschluss deutlich mehr Ladepunkte betreiben, als eine statische Rechnung ergibt.
Zusätzlich zu klären:
- Abrechnung je Nutzer — eichrechtskonforme Messung, wenn abgerechnet wird - Beschlusslage in der Eigentümergemeinschaft — jeder Eigentümer hat seit der WEG-Reform einen Anspruch auf Einbau, die Ausführung wird aber gemeinschaftlich beschlossen - Vorbereitung der Infrastruktur — es ist fast immer günstiger, die Leerverrohrung und die Zuleitung für alle Stellplätze in einem Zug zu legen und die Boxen einzeln nachzurüsten
Für Betriebe planen wir zusätzlich Zugangssteuerung, Nutzerverwaltung und die Anbindung an ein Abrechnungssystem.
Förderung
Förderprogramme für Ladeinfrastruktur ändern sich häufig, und regionale Programme kommen und gehen. Wir prüfen für Ihr Vorhaben, was aktuell verfügbar ist, und sagen Ihnen, welche Nachweise der Antrag verlangt — insbesondere, ob der Antrag vor Auftragserteilung gestellt werden muss. Das ist der häufigste Grund, warum Förderungen verfallen. → `/service/foerdermittel/`
Ablauf und Preisrahmen
1 · Vor-Ort-Termin — Aufnahme von Zählerplatz, Leitungsweg und Aufstellort. 2 · Angebot — Festpreis mit einzeln ausgewiesenen Positionen für Wallbox, Zuleitung, Absicherung, Montage, Anmeldung und Inbetriebnahme. 3 · Anmeldung — durch uns beim Netzbetreiber. 4 · Montage — in der Regel ein Arbeitstag. 5 · Inbetriebnahme, Messung, Einweisung — mit Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 und DIN VDE 0100-722.
Das bekommen Sie zur Übergabe
- Prüfprotokoll nach DIN VDE 0100-600 mit allen Messwerten
- Stromlaufplan und Verteilerbelegung, aktuell und beschriftet
- Fotodokumentation der Leitungswege vor dem Verputzen, maßstabsgerecht
- Datenblätter und Herstellerunterlagen der eingebauten Komponenten
- Einweisung in die Anlage vor Ort
Diese Unterlagen sind Bestandteil jedes Auftrags, nicht Aufpreis.
Häufige Fragen
11 kW oder 22 kW?
Für zu Hause fast immer 11 kW. Damit ist jedes gängige Fahrzeug über Nacht voll, die Anmeldung ist einfacher, und viele Fahrzeuge können ohnehin nur einphasig oder mit 11 kW laden.
Kann ich nicht einfach an der Steckdose laden?
Für den Notfall ja, dauerhaft nein. Haushaltssteckdosen und die dahinterliegenden Leitungen sind nicht für stundenlange Dauerlast ausgelegt. Überhitzte Steckdosen sind ein häufiger Brandanlass.
Was, wenn mein Hausanschluss zu schwach ist?
Dann prüfen wir zuerst Lastmanagement. Erst wenn das nicht reicht, sprechen wir über eine Anschlussverstärkung — die kostet mehr und dauert deutlich länger. → `/leistungen/zaehlerschrank-hausanschluss/`
Installieren Sie auch eine Wallbox, die ich selbst gekauft habe?
Ja, sofern das Gerät die Anforderungen erfüllt und die Unterlagen vollständig sind. Für das Gerät selbst können wir dann keine Gewährleistung übernehmen; für unsere Leistung selbstverständlich schon.
Wie lange dauert es von der Anfrage bis zum Laden?
Bei einfachen Fällen zwei bis vier Wochen, überwiegend Wartezeit beim Netzbetreiber. Bei Anschlussverstärkung oder Tiefbau deutlich länger.
